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Starke Unterbauchbeschwerden und Unvermögen zum Wasserlassen

Ein sogenannter "Harnverhalt" äußert sich im Unvermögen, den Urin zu entleeren, starken Unterbauchbeschwerden und Urintröpfeln. Im Allgemeinen besteht ein erheblicher Leidensdruck.

Die Ursachen dafür sind meistens eine gutartige Vorsteherdrüsenvergrößerung, die die Harnröhre innen abdrückt bzw.  eine mögliche Harnröhrenverengung. Die Veränderung einer gutartigen Vorsteherdrüsenvergrößerung ist meist ein schleichender Prozess. Oft bestehen schon Jahre zuvor gewisse Miktionsbeschwerden, in Form von häufig nächtlichem Wasserlassen,  aber auch eine erhöhte tägliche Miktionsfrequenz, abgeschwächten Harnstrahl  und  sehr starken plötzlichen Harndrang, wobei mitunter auch unfreiwillig  Urin verlorengehen  kann sowie Restharngefühl (nach dem Wasserlassen besteht immer noch das Gefühl einer gefüllten Harnblase).

Ein Harnverhalt muss immer mittels Katheter behandelt werden. Dabei wird durch die Harnröhre eine dünner Silikonkatheter eingeführt und der Urin abgeleitet.

Der Katheter sollte in der Harnblase verbleiben. Ein einmaliges Urinablassen und Entfernen des Katheters führt meistens wieder entweder unmittelbar oder etwas verzögert zu einem Harnverhalt. Nach abgeschlossener Diagnostik werden entsprechende Therapievarianten erörtert.

Eine weitere Möglichkeit der Katheterableitung ist die, durch die Haut im Unterbauch die prallvolle Harnblase anzupunktieren und den Schlauch über den Unterbauch direkt in die Harnblase einzuführen.  Das ist ein etwas aufwendigerer Eingriff, der in lokaler Betäubung durchgeführt wird. Allerdings  ist er viel komfortabler, da bei einem Dauerkatheter durch die Harnröhre das Risiko von immer wieder auftretenden Harnwegsinfektionen vorprogrammiert ist. Über einen Katheter durch den Unterbauch ist dieses Risiko deutlich vermindert.  Auch lässt sich über diesen sogenannten „Suprapubischen Fistelkatheter (SPF oder SBK)“ nach entsprechender Therapie der Vorsteherdrüsenvergrößerung nach dem normalen  Toilettengang der sogenannte Resturin sehr gut überprüfen. Nach dem natürlichen Wasserlassen wird der Fistelkatheter geöffnet und der sogenannte Resturin wird in den Messbecher abgelassen.