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Sterilisation (Unfruchtbarmachung) - Vasoresektion

Allgemeines:

Die Vasoresektion ist mit die sicherste, kostengünstigste sowie dauerhafteste Verhütungsmethode. In nur 0,1% kann es auch nach korrekter Durchführung zur spontanen Refertilisierung (Wiederfruchtbarwerdung) kommen. Deshalb sollte zur üblichen Kontrolle des Spermas nach 4 und 6 Wochen zusätzlich nach 1 Jahr eine nochmalige Kontrolle erfolgen. Schon nach ca. 5 Jahren haben sich die Kosten der Vasoresektion gegenüber z.B. der Antibabypille der Frau amortisiert. Zudem entfällt der Einnahmestress von Antikonzeptiva der Partnerin, sowie die Nebenwirkungen, die eine Hormoneinnahme und damit zusätzlichen Belastung für die Partnerin mit sich bringt.

Nach dem ambulanten Eingriff werden Sie und Ihre Partnerin/Partner kaum Unterschiede in der Spermaqualität und Spermamenge feststellen, da die Spermaflüssigkeit nur ca. 1% Spermien beinhalten. 99% werden von der Prostata und den Samenblasen gebildet.

Ca. 2-3 Wochen nach dem Eingriff werden Sie selbst kaum noch merken, dass Sie operiert wurden. Durch die von Natur aus gefältete Skrotalhaut und Schambehaarung sind die ca. 1cm Narben am oberen Hodensack nur mit Mühe aufzufinden.
Das sexuelle Empfinden und die Aktivität und Libido wird von den meisten Paaren nach der Vasoresektion als deutlich besser beschrieben, da der Verhütungsstress wegfällt.

Vorbereitung:

Nach ausführlicher Aufklärung und einer körperlichen Untersuchung wird der Termin zur OP festgelegt. Die OP-Tage sind mittwochs in unserer Praxis. Mit der Aufklärung und Terminvergabe zur OP sehen wir Ihren Willen zur Vasoresektion als verbindlich an.
Wenn Sie ein Medikament wünschen (Prämedikation), um etwas ruhiger und entspannter zu sein, würden wir Sie 1 Stunde vor dem OP-Termin bestellen, damit das Medikament Zeit hat zu wirken.
Sie müssen nüchtern zur OP kommen. Das heißt, 6h vor dem Eingriff nichts essen. Etwas Wasser und ggf. notwendige Medikamenteneinnahme sind erlaubt.

Am Morgen der OP bitte im Genitalbereich vollständig rasieren. Nicht Tage vorher rasieren, um einen OP-Ausfall wegen möglicher Infektion nicht zu riskieren.

Blutverdünnende Medikamente 10 Tage vor der OP absetzen oder vom Hausarzt umstellen lassen. Auch keine Schmerzmittel wie ASS, Aspirin etc. verwenden.

Bitte ggf. den Aufklärungsbogen unbedingt ausgefüllt am OP-Tag mitbringen, wenn es so abgesprochen wird.

Operation:

Zunächst wird Ihnen ein venöser Zugang gelegt, über den wir Ihnen eine Elektrolytlösung während der OP verabreichen. Diese enthält ggf. Schmerzmittel. Sie erhalten von uns OP-Kleidung.

Der OP-Bereich wird desinfiziert und mit sterilen Tüchern abgedeckt.

Nun ertaste ich zunächst den Samenleiter im Samenstrang. Dieser ist sehr derb und lässt sich von den anderen Strukturen im Samenstrang sehr gut differenzieren. Danach wird die lokale Betäubung am oberen Hodensackbereich seitlich in die Haut gesetzt und ein kleiner querer Hautschnitt von ca. 1cm Länge gesetzt. Nun ziehe ich den Samenleiter mit einer Pinzette heraus und präpariere ihn weiter ab. Danach wird ein 2cm Stück vom Samenleiter herausgeschnitten und die beiden Samenleiterenden mit einer Strompinzette "verklebt". Danach werden beide Enden mit einem Faden abgebunden, die Enden jeweils umgeknickt und nochmals mit einem Faden versorgt. Nach evtl. Blutstillung werden nun beide versorgte Samenleiterenden wieder zurückversenkt und die Haut mit 2-3 Einzelhautnähten versorgt. Diese lösen sich nach 7-10 Tagen auf und müssen nicht gezogen werden. Nach der Desinfektion wird die Wunde mit einem transparenten und wasserfesten Pflasterverband versorgt. Nun erfolgt der gleiche Eingriff auf der Gegenseite.
Nach der OP verbleiben Sie noch etwas zur Kontrolle in der Praxis.
Die Kosten des Eingriffs betragen ca. 460 €, inclusive der 2 Spermaproben. Sie bekommen eine detaillierte Rechnung, die am Tag der OP in bar oder EC-Karte zu begleichen ist.

Komplikationen:

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff kann es zu Wundinfektion, Blutergüssen und Wundheilungsstörungen kommen. Insgesamt sind die Komplikationsraten sehr gering.
Schädigungen anderer Organe bis hin zum Hodenverlust sind extrem selten.
Selten entstehen sogenannte "blow outs", das sind erbs- bis kirschgroße Zystenbildungen am Nebenhoden. Diese sind ungefährlich und meist schmerzlos, können aber für immer bleiben oder ihre Größe ändern. Sehr selten kann es zu dauerhaften Beschwerden im Hodenbereich kommen. Sie entstehen dadurch, weil es in den ersten Tagen/Wochen zu einem erhöhten Druckanstieg im Nebenhoden kommt, da die noch produzierten Spermien nicht weitertransportiert werden können. Die Spermienproduktion wird erst langsam nach der OP vom Körper selbst gedrosselt und die produzierten, nicht mehr transportablen Spermien werden vom Körper wieder aufgenommen (resorbiert). Deshalb werden Sie ggf. einige Wochen nach dem Eingriff das Gefühl haben, dass die Hoden für einige Tage etwas anschwellen. Das ist aber durchaus kein unangenehmes Gefühl und geht vorüber.
Extrem selten ist die Fruchtbarkeit auch nach erfolgtem Eingriff. Berichtet wird z.B. das Vorhandensein von 2 Samenleitern auf einer Seite, was durch eine embryonale Fehlentwicklung bedingt ist. Diese Tatsache ist aber ausgesprochen selten.
Ein spontanes Wiederfinden der versorgten Samenleiterenden und somit eine Fruchtbarkeit auch nach bescheinigter Unfruchtbarkeit nach dem Eingriff ist extrem selten, aber möglich. Es empfiehlt sich, nach 6 oder 12 Monaten eine nochmalige Spermakontrolle zu veranlassen.
Der Eingriff sollte als endgültig angesehen werden! Eine Refertilisierungs-OP ist zwar möglich, aber die Erfolgschancen sind gering und die selbst zu tragenden Kosten mit ca. 3000€ sehr hoch.

Nach der Operation:

Sie werden 1 Tag nach dem Eingriff zur Wundkontrolle und Pflasterwechsel in unsere Praxis bestellt. Das Pflaster sollte dann 3-5 Tage verbleiben. Sie können damit auch vorsichtig duschen, da das Pflaster wasserabweisend ist. Ab dem 5.-6. Tag kann das Pflaster entfernt werden und ein normales Duschen ist möglich.

Bitte beachten Sie, dass nur reine Kernseife für 14 Tage verwendet wird.
Zur Schmerzlinderung können Sie Ibuprofen 600mg 2-3x tgl. oder/und Novalgin 500mg bis 3x2 Stück oral verwenden. Kühlung mit 2 Eisakkus sind extrem effektiv und verhindern Schwellung und Beschwerden. Diese nie pur auf der Haut verwenden, sondern immer mit einem Tuch umwickeln, um Frostschäden zu verhindern.
Nur in den ersten Tagen sollten Sie Anstrengungen vermeiden und sich etwas schonen, werden aber ansonsten kaum eingeschränkt sein.
Nach ca. 4 und 6 Wochen nach OP müssen Sie eine Spermaprobe in der Praxis abgeben. Bitte beachten Sie, dass diese "körperwarm" eintreffen muss und nicht älter als eine Stunde sein darf. Erst wenn beide Proben frei von Spermazellen sind, kann ich einen ungeschützten Verkehr verantworten. Selten muss ich mehrere kostenpflichtige Proben fordern, wenn noch einzelne Samenzellen darin zu finden sein sollten. Das spreche ich dann mit Ihnen persönlich ab.
Bitte beachten Sie, dass nach der OP ein sehr reger Geschlechtsverkehr (geschützt!!!) oder Masturbation ausdrücklich wünschenswert ist, um die noch spermientragenden Organe (Prostata, Samenblasen) so zu leeren, dass die beiden o.g. Spermaproben in der Regel ausreichen.

Dieses Informationspapier ersetzt nicht das ausführliche Aufklärungsgespräch vor der Operation!

• Es soll Interessenten auf kurze, verständliche Art die wichtigsten Informationen zur Entscheidungsfindung liefern.
• Es soll das Aufklärungsgespräch vorbereiten, um dann informiert gezielte Fragen beantwortet zu bekommen.
• Es soll die Möglichkeit bieten, in der Zeit zwischen Aufklärungsgespräch und Operation nochmal sich alle Informationen lückenlos anzuschauen.

Dieses Informationsblatt wurde am 15.3.2019 erstellt und ist geistiges Eigentum von Carsten Lange, FA für Urologie, Uroonkologische Schwerpunktpraxis Bernburg. Es darf nur mit ausdrücklicher Zustimmung für kommerzielle Zwecke anderer Personen verwendet werden.